Mobility Data Space und Data for Road Safety bündeln ihre Kräfte.
München/Brüssel, 26. Februar 2026 – Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in Europa haben der Mobility Data Space (MDS) und die paneuropäische Initiative Data for Road Safety (DFRS) einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Der MDS ist ein vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) geförderter Datenraum für souveränen Datenaustausch zwischen Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Durch die Bündelung seiner Expertise und Infrastruktur mit DFRS soll ein wesentlicher Beitrag zum EU-Ziel „Vision Zero“ geleistet werden, das die vollständige Vermeidung von Verkehrstoten bis 2050 vorsieht. Allein im Jahr 2024 verloren 19.940 Menschen auf den Straßen der EU ihr Leben. Die wirtschaftlichen Kosten von Verkehrsunfällen werden auf rund 280 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Die Partnerschaft unterstützt das Ziel der Europäischen Kommission sowie der deutschen Bundesregierung, Vorhaben wie Intelligente Verkehrssysteme (IVS) und den sicheren Austausch von Mobilitätsdaten voranzutreiben.
Echtzeitaustausch sicherheitsrelevanter Daten
Das DFRS-Konsortium – bestehend aus über 30 Industriepartnern aus der Automobilbranche, dem Technologie- und Service-Sektor sowie Straßenbehörden – verfolgt das Ziel, durch die Nutzung von Echtzeit-Sensordaten aus vernetzten Fahrzeugen die Aktualität und Qualität der Verbreitung sicherheitsrelevanter Verkehrsinformationen (Safety Related Traffic Information, SRTI) EU-weit zu verbessern. Sicherheitsrelevante Ereignisse, die von der Europäischen Kommission im Delegierten Rechtsakt 886/2013 definiert wurden, sind u. a. Falschfahrer, außergewöhnliche Wetterbedingungen, kurzfristige Baustellen, eingeschränkte Sicht, Gegenstände auf der Fahrbahn oder ungesicherte Unfallstellen. Informationen über diese Ereignisse werden sensorbasiert erkannt und in nahezu Echtzeit mit relevanten Akteuren über den MDS zur Aufbereitung von Warnungen geteilt. Nachgelagert werden die Daten nach EU-Recht über die nationalen Zugangspunkte veröffentlicht.
„Der Mobility Data Space ist weit mehr als eine technische Schnittstelle – er vernetzt die verschiedenen Akteure unserer Volkswirtschaft und ist der Raum, in dem Vertrauen und Innovation zusammenkommen“, betont Manfred Rauhmeier, Vorstand der acatech Stiftung, der Mehrheitsgesellschafterin des MDS. „Diese Kooperation beweist eindrucksvoll, wie der souveräne Datenaustausch konkreten volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert schafft: Wir machen Mobilität sicherer, effizienter und füllen in der Konsequenz eine souveräne und resiliente digitale Infrastruktur für den Verkehr in Deutschland und Europa mit Leben.“ Moritz Stober, Geschäftsführer des MDS, ergänzt: „Die Live-Streaming-Funktionalität im Mobility Data Space ermöglicht den Austausch sicherheitsrelevanter Daten in nahezu Echtzeit, verbessert Verkehrsmanagementlösungen und bildet einen wesentlichen Baustein für automatisiertes und vernetztes Fahren in Europa.“
Die strategische Partnerschaft zwischen MDS und DFRS stärkt den sicheren und standardisierten Austausch von Verkehrsdaten in Europa und schafft wichtige Vorteile für die Verkehrssicherheit. Joost Vantomme, CEO von ERTICO-ITS Europe und Vorsitzender von DFRS, erklärt: „Gemeinsam mit dem Mobility Data Space erreicht der Austausch von Verkehrssicherheitsdaten auf europäischer Ebene die – 1 – nächste Stufe: Allein in einem Monat des Jahres 2025 wurden von DFRS-Teilnehmern 4,7 Millionen Gefahrenwarnungen erfasst – ein Beleg für die operative Dynamik.“
Ein europäischer, branchenübergreifender Ansatz für sicherere Straßen
DFRS vereint seit 2017 Automobilhersteller, Straßenbehörden sowie Technologiepartner in einer einzigartigen Zusammenarbeit: „Durch die Kombination der Stärken von DFRS und MDS erhalten Fahrzeughersteller Zugang zu einem skalierbaren Ökosystem für das Teilen und Nutzen sicherheitskritischer Sensordaten“, sagt Michal Vondra, Product and Business Owner Digital Services bei Škoda Auto. Nationale Straßenbetreiber integrieren diese Daten in ihre Infrastruktur und ermöglichen ebenso wie Service- und Navigationsanbieter deren operative Nutzung. Gemeinsam mit der durch das BMV betriebenen Mobilithek bildet der MDS das Fundament eines Ökosystems für Mobilitätsdaten in Deutschland – mit entsprechender Kooperation in Europa über das Netzwerk der Nationalen Zugangspunkte und die Einbindung in den Europäischen Mobility Data Space.
Industriepartner nutzen den MDS bereits für den Austausch sicherheitskritischer Warnungen. Für BMW ist dies ein direkter Beitrag zur eigenen Sicherheitsmission: „Die Verbesserung der Verkehrssicherheit ist ein zentraler Bestandteil unseres Selbstverständnisses. Über den Mobility Data Space teilen und erhalten wir sicherheitskritische Warnungen mit und von unseren Partnern und helfen, Unfälle in ganz Europa zu verhindern – bereits heute stellen wir Daten von rund 8 Millionen vernetzten BMWFahrzeugen in Europa über den Mobility Data Space bereit“, erklärt Michael Würtenberger, Vice President Business Line My Journey bei der BMW AG.
„HERE Technologies nutzt Echtzeitdaten, um seine Karten-, Verkehrs- und Warnservices zu verbessern und Behörden dabei zu unterstützen, Vorfälle schneller zu erkennen und den Verkehr effizienter zu steuern. Als Gründungsmitglied sowohl des MDS als auch von DFRS freut sich HERE Technologies, diese Zusammenarbeit nun umgesetzt zu sehen. Da der MDS als vertrauenswürdige zentrale Anlaufstelle für DFRS-Daten fungiert, kann HERE vollständig EuroNCAP-konforme Straßenwarnservices für Fahrzeughersteller bereitstellen und zusätzlichen Mehrwert für Unternehmen, öffentliche Stellen und Verkehrsteilnehmer schaffen“, erklärt Christian Buchbauer, Senior Director Strategy & Operations bei HERE Technologies.
„Mercedes-Benz setzt sich für die Weiterentwicklung der Verkehrssicherheit ein. Unser Beitrag innerhalb von DFRS – unterstützt durch den Mobility Data Space – ist eine von mehreren Initiativen, die sowohl unseren Kunden als auch anderen Verkehrsteilnehmern zugutekommen“, sagt Michael Drzymala, CEO der Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH.
Die Kooperation zwischen dem vom Bundesministerium für Verkehr geförderten MDS und der DFRS zeigt, wie europäische Daten-Kollaboration zur Erreichung politischer Ziele, wie der Vision Zero, beitragen kann und unterstreicht zugleich ihren volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert.


