Projekt MegaBITS macht mithilfe des Mobility Data Space internationale Radverkehrsdaten verfügbar.
München, 20.01.2026. – Mit dem offiziellen Start des Cycle Data Space im Januar 2026 schafft das EUgeförderte Projekt MegaBITS eine europaweite, offene Austauschplattform für Mobilitäts- und Infrastrukturdaten rund um das Radfahren. Als technologische Basis für das Angebot wählte MegaBITS nach einem ausgiebigen Test den Mobility Data Space (MDS), einen vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) geförderten Datenraum für mobilitätsrelevante Daten. „Der MDS ist mit seiner sicheren und erprobten IT-Umgebung und seiner bestehenden Community ein Enabler für unseren Cycle Data Space“, sagt Caspar Van Gheluwe von imec, die das Projekt MegaBITS leitet. „Dort können Datengeber frei entscheiden, wer welche Daten zu welchen Konditionen nutzen darf, und zugleich eröffnet der MDS uns den Zugang zu einer großen Gruppe potenzieller Datennutzer.“
Im MDS lassen sich die Radverkehrsdaten nutzbar machen, ohne einen eigenen Datenraum entwickeln zu müssen. Der Cycle Data Space ist sozusagen ein Unter-Datenraum innerhalb des MDS. Die Daten sind, aufgrund der dezentralen Architektur des MDS, nicht im Datenraum gespeichert; der Datenaustausch findet peer-to-peer zwischen Datenraumnutzern statt. Mitglieder des Projekts haben also volle Datenhoheit und können entscheiden, ob sie ihre Datensätze zum Beispiel nur innerhalb des Cycle Data Space oder auch für weitere Nutzer des MDS verfügbar machen.
„Mit dem Cycle Data Space erweitert der MDS sein Portfolio um Daten rund um den Verkehrsträger Fahrrad“, sagt Julius Meyer, Business Development Manager beim MDS. „Der Cycle Data Space demonstriert, dass der MDS eine nutzerfreundliche und technische ausgereifte Plattform für nationale und auch internationale Data-Sharing-Projekte darstellt.“ Der Datenraum wurde von Anfang an für einen europaweiten Datenaustausch konzipiert und heute sind ein Drittel der MDS-Teilnehmer ausländische Organisationen aus etwa 20 Nationen. Auch beim Cycle Data Space sind Datengeber aus vier Ländern aktiv.
Der Cycle Data Space führt verschiedene Daten zusammen. Dazu gehören Daten zu Radwegen, Verkehrsaufkommen, Unfallschwerpunkten oder zu Sharing-Angeboten für E-Scooter und Leihräder, zu den Standorten von Ladezonen für E-Bikes oder Abstellanlagen sowie andere smarte Verkehrsservices für ein intelligentes Radfahren. Solche Daten sowie Angaben zu Baustellen oder Echtzeitdaten über die Wetter- und Luftqualität sollen helfen, das Radfahren sicherer und attraktiver zu gestalten. Mittel- und langfristig soll der Cycle Data Space zur Verbesserung der Radinfrastruktur in Städten beitragen und der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen steigen. Zugleich schafft das Projekt die Grundlage für neue Geschäftsmodelle im Bereich Mikromobilität.
Die Stadt Zwolle hebt hervor: „Über den Mobility Data Space tauschen wir Daten mit anderen MDSTeilnehmern aus und erhalten Zugang zu wertvollen Mobilitätsdaten. Gemeinsam mit den anderen MDSTeilnehmern tragen wir zu einem umfassenderen Bild der Mobilität bei und fördern gemeinsam intelligente, nachhaltige Lösungen. So können wir fundiertere Entscheidungen treffen und sichere, komfortable und nachhaltige Radwege erstellen.“
Zum Start des Cycle Data Space treten mehrere europäische Städte bzw. Provinzen als Datengeber auf: die Städte Hamburg, Kopenhagen, die Gemeinden Enschede und Zwolle sowie die Provinzen Antwerpen und Overijssel sowie die Metropolregion Le Havre. Weitere Kommunen außerhalb des MegaBITSSeite 1 von 3 Konsortiums haben Interesse an der Mitwirkung bekundet. Als Datennehmer kommen beispielsweise Gemeinden oder Unternehmen in Frage; beiden Gruppen eröffnet der Cycle Data Space neue Möglichkeiten: Auf Basis von Daten kann die Infrastruktur optimiert werden, denn Engpässe wie fehlende Abstellmöglichkeiten oder Unfallbrennpunkte lassen sich leichter erkennen und Radwege besser planen. Sharing-Anbieter könnten ihre Leihräder oder E-Scooter anhand Nachfrageprognosen besser platzieren und App-Programmierer können die Daten nutzen, um bessere dynamische Routenplaner anzubieten. Daneben können die Kommunen untereinander die Fahrraddaten austauschen, um umgesetzte Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs international vergleichen zu können.



